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Interpretation der Daten der Bodenanalyse

 

Pflanzennährstoffe sind als Bestandteile von Mineralien im Boden vorhanden, für die Kulturpflanzen kann ihre Verfügbarkeit jedoch, z. B. aufgrund stabiler chemischer Bindungen, eingeschränkt sein. Zur Verbesserung ihrer Nährstoffaufnahme haben Pflanzen verschiedene Strategien entwickelt, wie das aktive Zuwachsen auf den Nährstoff oder die Ausscheidung von Wurzelexsudaten zur Verbesserung von Nährstofflöslichkeiten.

Mit Hilfe von Bodenanalysen, bei denen mit unterschiedlichen Extraktionsmitteln Nährstoffe aus der Bodenmatrix gelöst werden, wird versucht, das Nährstoffaneignungsvermögen der Pflanzen zu imitieren. Jedoch ist dies nur eingeschränkt möglich, da die Nährstoffaufnahme der Pflanzen neben bodenbürtigen Faktoren und dem Aneignungsvermögen von weiteren Randbedingungen, wie z. B. Klimafaktoren und der Bodenbearbeitung, abhängt.

In Deutschland verbreitet ist die Extraktion mit Calcium-Acetat-Lactat (CAL) oder Doppellactat-Lösung (DL). Für die Nährstoffe Phosphor und Kalium wurden die Analyseergebnisse anhand von Feldversuchen fünf Bodengehaltsklassen und diese einem Düngebedarf zugeordnet (VDLUFA 1996). Allerdings ist diese Einteilung sowie die Abstufung der Werte für den kritischen Nährstoff Phosphor in Diskussion geraten: ein hoher oberer Wert in der Gehaltsklasse C ist aufgrund der Umweltwirkung von Phosphor und des Erkenntnisfortschritts in der einschlägigen Forschung nicht gerechtfertigt (VDLUFA 2016). Auf europäischer Ebene verbreitet sind auch anderer Extraktionsmethoden, wie NaHCO3 (nach Olsen 1954) oder AAAc-EDTA (Acid Ammonium Acetate-Ethylenediaminetetra Acetic Acid, nach Lakanen und Erviö, 1971 sowie Sillanpää, 1990).

Kerschberger, M., Hege, U., Jungk, A. (1997): Phosphordüngung nach Bodenuntersuchung und Pflanzenbedarfs, Standpunkt. Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten(VDLUFA) (Hrsg.), Darmstadt.

 

Baumgärtel, G., Früchtenicht, K., Hege, U., Heyn, J., Orlovius, K. (1999): Kalium-Düngung nach Bodenuntersuchung und Pflanzenbedarf - Richtwerte für die Gehaltsklasse C, Standpunkt. Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten(VDLUFA) (Hrsg.), Darmstadt.

Taube, F.,Appel, T., Ebertseder, T., Müller, T., Olfs, H.-W., Nätscher, L., Schweitzer, K.,Steffens, D., Wiesler, F., Zorn, W.(2015): Phosphordüngung nach Bodenuntersuchung - Anpassung der Richtwerte für die Gehaltsklassen ist geboten und notwendig. VDLUFA-Positionspapier

Für Stickstoff hat sich die regelmäßige Nmin-Bodenanalyse (CaCl2-Extraktion), insbesondere im Frühjahr, etabliert. Damit wird der aktuell pflanzenverfügbare mineralische Stickstoffgehalt im Boden ermittelt und entsprechend vermindert sich der Bedarf für die N-Frühjahrsdüngung.

Analog lässt sich auch der mineralische Schwefelgehalt im Boden durch eine Smin-Analyse bestimmen.

   

Mit der EUF-Methode (Elektro-Ultrafiltration), einer vakuumunterstützte Wasserextraktion, welche durch variierte elektrische Spannung und Temperatur gesteuert wird, lassen sich eine Bandbreite von Pflanzennährstoffen im Boden quantifizieren: Nitrat, löslicher Norg, P, K, Ca, Mg, S, B, sowie Na und die Mikronährstoffe Mn, Fe, Cu und Zn sowie den Humusgehalt der Bodenprobe. Die Analyseergebnisse werden auch in diesem Fall Gehaltsklassen, die den jeweiligen Düngebedarf repräsentieren, zugeordnet.

 

 

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