Beratung - Organisation - Kultur

Hilfestellung bei der Zulassung von Düngemitteltypen

Entspricht ein Stoff keinem zugelassenen Düngemitteltyp, kann durch eine Änderung in der Formulierung oder der Zusammensetzung versucht werden, diese Zuordnung zu erreichen. Der alternative, jedoch langwierige Weg ist eine Neuzulassung eines Düngers auf nationaler oder europäischer Ebene.

Das Inverkehrbringen von Düngemitteln (organische, organisch-mineralische, mineralische Dünger sowie Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft), Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln wird auf nationaler Ebene durch das Düngemittelrecht (DüngG, DüMV) sowie bei Stoffen, die dem Abfallrecht unterliegen durch die Bioabfallverordnung (BioAbfV) und die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) geregelt.

Handelt es sich um Stoffe tierischer Herkunft, gilt die Verordnung (EG) 1069/2009 mit dem Tierische Nebenprodukte Beseitigungsgesetz (TierNebG) und der  Tierische Nebenprodukte Beseitigungsverordnung (TierNebV) als nationaler Umsetzung.

An die Mineraldünger werden europaweit durch die EU-Düngemittelverordnung (EG) 2003/2003 dieselben Anforderungen gestellt. Die Verordnung regelt etwa 90-95 % der Massendünger, umfasst jedoch keine Vorgaben zu Schadstoffgehalten. Der Lissabon-Vertrag aus 2007 reguliert seit 2009 europaweit den freien Warenverkehr. Dies bedeutet, dass in EU-Nachbarländern zugelassene Dünger in Deutschland verkehrsfähig sind. Da Deutschland vergleichsweise anspruchsvolle Anforderungen an die Düngerqualität stellt, wird von Seiten des BMEL eine Vollharmonisierung des EU-Düngemittelrechts angestrebt, bei welcher europaweit einheitliche Anforderungen an die nähr- und schadstoffbezogen Eigenschaften aller dem Düngemittelrecht unterworfenen Stoffe gestellt werden (Embert, 2013).

Ab 2015 gelten für Bioabfälle und Klärschlämme die schärferen Schadstoffgrenzwerte der DüMV (2012).

Je nach Ausgangsprodukt gelten neben den Hygienevorschriften der DüMV die auch die hygienisierende Behandlung betreffenden Vorschriften der BioAbfV, der AbfklärV und der TierNebV.

 

Weiterführende Informationen/ Quellenangaben

BioAbfV – Bioabfallverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. April 2013 (BGBl. I S. 658), zuletzt geändert durch Artikel 5 der Verordnung vom 5. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4043).

AbfKlärV – Klärschlammverordnung vom 15. April 1992 (BGBl. I S. 912), zuletzt durch Artikel 5 Absatz 12 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212).

Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 (Verordnung über tierische Nebenprodukte) OJ L 300, 14/11/2009, S. 1-33.

TierNebG –Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz vom 25. Januar 2004 (BGBl. I S. 82), zuletzt durch Artikel 2 Absatz 91 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3044).

TierNebV – Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung vom 27. Juli 2006 (BGBl. I S. 1735), zuletzt geänfrtz durch Artikel 2 der Verordnung vom 23. April 2012 (BGBl. I S. 611).

Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 2003 über Düngemittel, zuletzt geändert durch VO (EU) Nr. 463/2013 - ABl. Nr. L 134 vom:18.05.2013 S. 1).

(EG) Nr. 2007/C 306/01: Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, unterzeichnet in Lissabon am 13. Dezember 2007. Amtsblatt der EU vom 17.6.2007, 271 S.

Embert, G. (2013): Neue Regeln für das Inverkehrbringen von Düngemitteln in Europa. In: Noch mehr rechtliche Vorgaben – Auswirkungen auf die Düngung (Tagungsband). Tagung des Verbandes der Landwirtschaftskammern e. V. (VLK) und des Bundesarbeitskreises Düngung (BAD) 23.-24.4.2013, Würzburg, S. 65-70.